18.01.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Mythos vom langen Arm

Israels Geheimdienst Mossad soll Wissenschaftler im Iran ermordet haben. Teherans Atomprogramm wird durch Terroranschläge weder verhindert noch verzögert

Knut Mellenthin
Israels Mossad ist vermutlich der einzige Geheimdienst der Welt, der sich gern mehr Verbrechen andichten läßt, als er wirklich begangen hat. Den Mythos vom »langen Arm«, dem fast gar nichts unmöglich ist, ermutigt und pflegt Israel gern durch eigene Desinformationen. Für deren Verbreitung sorgen unter anderem der Mossad-nahe Online-Dienst Debkafile, israelische Tageszeitungen, aber auch freundlich gesonnene Journalisten in aller Welt.

Nach der Ermordung eines iranischen Wissenschaftlers am 11. Januar schwirren wieder einmal die Gerüchte. So behauptete die Sunday Times am Wochenende, sie habe von einer anonymen »israelischen Quelle« erfahren, daß der Bombenanschlag vom Mossad organisiert worden sei. »Kleine Gruppen von Mossad-Agenten« hätten zuvor »sorgfältig Schlüsselgebiete in Teheran observiert«, die für das Attentat relevant erschienen. Die Überwachung des Wissenschaftlers sei von einem »improvisierten Kontrollraum in einem nahegelegenen abgesicherten...

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