09.12.2011 / Inland / Seite 5

Verfolgte Unschuld

LobbyControl kürt Deutsche-Bank-Chef Ackermann für seine undurchsichtigen Machenschaften bei der Griechenland-Rettung. Preisträger fühlt sich zu Unrecht geehrt

Ralf Wurzbacher
Die »Lobbykratie-Medaille« geht in diesem Jahr an die Deutsche Bank und ihren Vorstandschef Josef Ackermann. Verliehen wurde der »Negativpreis für undemokratische Lobbyarbeit« am Mittwoch vor dem Berliner Büro von Deutschlands größtem Finanzinstitut durch Aktivisten der Organisation LobbyControl. Die Auszeichnung wurde hierzulande zum ersten Mal vergeben und hat ihr Vorbild im Brüsseler »Worst EU Lobbying Award«. Der scheidende Bankenboß setzte sich mit knapp 2500 Stimmen (44 Prozent) deutlich gegen die Mitkonkurrenz durch und verwies die Deutsche Vermögensberatung sowie den Energieriesen RWE auf die Plätze. Den »Erfolg« verdankt Ackermann seinem privilegierten Zugang zu den politischen Entscheidern im Zusammenhang mit der sogenannten Griechenland-Rettung.

In der Begründung für die Nominierung wird ausführlich auf Ackermanns Wirken bei der Ausgestaltung der für die Finanzbranche günstigen Konditionen der »Rettungspakte« eingegangen. Das ging damit los, d...

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