03.12.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Rassismus verhindert echte Aufklärung«

Gespräch mit Sabine Schiffer. Über die Medienberichterstattung zum ­neonazistischen Terrorismus, die Verwicklung der Geheimdienste und mögliche Konsequenzen

Markus Bernhardt
Sabine Schiffer promovierte zum Islambild in den Medien und gründete 2005 in Erlangen das unabhängige Institut für Medienverantwortung (IMV). Das IMV will wissenschaftliche Erkenntnisse in die öffentliche Debatten tragen und setzt sich unter anderem für einen systematischen Lehrplan Medien­bildung ein, der nicht von der Medienindustrie beeinflußt wird. In den letzten Wochen wurde ein Terrornetzwerk von Neonazis in der Bundesrepublik aufgedeckt, das offensichtlich mit Geheimdiensten verflochten war. Wie bewerten Sie die bisherige Berichterstattung dazu? Ich beobachte eine große Diskrepanz zwischen bestimmten Zeitungsrecherchen, Feuilletons, politischen Magazinen im Radio und Fernsehen auf der einen und den Nachrichtenformaten in Fernsehen und Radio auf der anderen Seite. Die besonders stark rezipierten Nachrichtensendungen übernehmen häufig unkritisch die Haltung der Verantwortlichen, die den Eindruck erwecken, sie seien völlig überrascht und selbst Opfer einer Serie von Pleiten, Pech ...

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