26.10.2011 / Feuilleton / Seite 8

»Immer viele Beiträge aus türkischen Gefängnissen«

Im Audimax der Uni Hamburg werden am Samstag kurdische Literaturpreise verliehen. Ein Gespräch mit Erdal Hüseyin

Nick Brauns
Erdal Hüseyin gehört der Vorbereitungskommission für die 19. Hüseyin-Celebi-Literaturpreise an, die am Samstag im Audimax der Universität Hamburg vom Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK) verliehen werden

Die Hüseyin-Celebi-Veranstaltung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem eine erneute türkische Großoffensive gegen die kurdische Freiheitsbewegung läuft. Inwieweit geht es bei dieser Veranstaltung auch um Politik?

Der Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK) wurde 1991 als Reaktion auf den Krieg der Türkei gegen die kurdische Bevölkerung gegründet. Gerade eine Veranstaltung zur kurdischen Sprache und Literatur ist immer höchst politisch, denn beides war in der Türkei jahrzehntelang verboten und wurde verleugnet. Die seit 18 Jahren stattfindenden Literaturwettbewerbe sind mittlerweile zu einer der wichtigsten Veranstaltungen zur kurdischen Sprache geworden.

Wer nimmt am Literaturwettbewerb teil?

Freunde aus allen Teilen Kurdistans nehmen teil, aus der Türkei und der Diaspora. Wir erhalten immer sehr viele Beiträge aus türkischen Gefängnissen. Die politischen Gefangenen warten regelrecht auf die Literaturpreise, um ihren täglichen Kampf gegen die Unterdrückung auch in Gedichtform oder als Kurzgeschichten weiterzutragen. Das sind dann meist sehr bewegende handgeschriebene Texte.

Der 1992 in Kurdistan gefallene Ehrenvorsitzende Ihres Verbandes, Hüseyin Celebi, gehörte der Sozialis...

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