15.10.2011 / Thema / Seite 10

Symbol eines Regimes

Neu gelesen, neu gesehen: Klaus Manns Roman »Mephisto« von 1936 und seine Verfilmung von 1981

Gerhard Wagner
»Roman einer Karriere« nannte Klaus Mann sein vor 75 Jahren, im Okto­ber 1936, vom Amsterdamer Exilverlag Querido veröffentlichtes Werk im Untertitel. Inzwischen läßt sich auch von der »Karriere eines Romans« (Eberhard Spangenberg) sprechen, von einer spannungsvollen verlegerischen und filmischen Geschichte. Sie hat ihren Ausgangspunkt in einem brieflichen Vorschlag Hermann Kestens vom November 1935: »Sie sollten den Roman eines homosexuellen Karrieristen im Dritten Reich schreiben. (...) Ich glaube, solch ein Stoff könnte Ihnen sehr gelingen und könnte durch die Dritte-Reich-Sphäre auch größere Chancen bieten. Ich sprach mit Landshoff darüber, und er ist gleichfalls meiner Meinung (...).« Kesten hatte über Heinrich Mann promoviert und war bis 1933 für das literarische Programm des Berliner Gustav-Kiepenheuer-Verlages verantwortlich, in den dreißiger Jahren in Amsterdam als Lektor und Leiter des Exilverlags Allert de Lange tätig. Für den Roman zuständiger...

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