12.07.2011 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Kein Konflikt, aber Kritik

Studie zum Krisenbewußtsein: Hinter dem weitgehenden Ausbleiben von Widerstand verbergen sich tiefgreifende Ohnmachtserfahrungen und Wut

Daniel Behruzi
War da was? Nachdem die tiefste Krise der kapitalistischen Ökonomie überwunden scheint, geht alles wieder seinen gewohnten Gang. »Weiter so« heißt die Devise der Eliten. Von Systemveränderung ist keine Rede mehr, nicht einmal von einer Regulierung der Finanzmärkte. Dennoch hat die Krise »Spuren hinterlassen – vor allem in den Köpfen der Menschen«. Diese Schlußfolgerung leiten Sozialwissenschaftler des Münchner ISF-Instituts aus einer explorativen Untersuchung zum Krisenbewußtsein von Beschäftigten ab, die auf Einzelinterviews und Gruppendiskussionen mit gewerkschaftlichen Vertrauensleuten und Betriebsräten basiert. Adressat nicht greifbar So medial allgegenwärtig die Krise 2008 und 2009 auch war, ihr spezifischer Charakter bleibt für viele Beschäftigte undurchsichtig. Die Welt der Finanzmärkte – wo der dramatischste Wirtschaftseinbruch seit 1929 seinen Ausgang nahm – erscheine den Befragten »als eine virtuelle Welt, in der ›fiktives Geld (…) hin und her...

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