09.07.2011 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Und schon hatte uns die Küstenwache am Wickel

Es fehlten noch vier Seemeilen – dann wäre die »Tahrir« von der Gaza-Hilfsflottille in internationalen Gewässern gewesen

Peter Wolter
Eigentlich hat Daria alles vermasselt. Die Korrespondentin der Komsomolskaja Prawda war am Abend vor dem Auslaufen der »Tahrir« in eine orthodoxe Kapelle gegangen, hatte eine Kerze angezündet, sich niedergekniet und ein Gebet gemurmelt: »Lieber Gott, mach bitte, daß wir von den Griechen und nicht von den Israelis aufgebracht werden.«

Darias Gebet wurde erhört: Eine gute halbe Stunde nach unserem überraschenden Auslaufen aus dem Yachthafen von Agios Nikolaos auf Kreta hatte uns schon die Küstenwache am Wickel. Unser Schiff, mit dem wir die israelische Blockade des Gazastreifens durchbrechen wollten, wurde geentert und mit einem Schlepper in den Hafen zurückgebracht. Durch dessen ruppiges Anlegemanöver platzte ein Kraftstofftank: Das ausgelaufende Dieselöl überschwemmte den Maschinenraum. Das Schiff war nicht mehr fahrtüchtig, eine Reparatur würde zu lange dauern. Unsere Fahrt zum Gazastreifen war zu Ende.

Im Grunde war es so etwas...

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