27.06.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

Notwendige Debatte

Ohne Kampf um Arbeitszeitverkürzung führt kein Weg aus der gewerkschaftlichen Defensive. Wissenschaftler liefern Argumente für die Rückkehr zu bewährten Forderungen

Daniel Behruzi
Viel war 2009 in linken und gewerkschaftlichen Kreisen von einem »Neustart« bei der Arbeitszeitpolitik die Rede. Der Wirtschaftseinbruch ließ ein drastisches Anschwellen der Massenarbeitslosigkeit befürchten. Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzung – allerdings bei Lohnverlust – führten allseits ihre beschäftigungssichernde Wirkung vor Augen. Logische Folgerung daraus schien die Wiederbelebung des Kampfes um Arbeitsumverteilung zu sein, der unter gewerkschaftlich Aktiven auf eine lange nicht dagewesene Resonanz stieß. Doch schon wenige Monate später ist die Debatte weitgehend zum Erliegen gekommen. Statt einer Verkürzung der Arbeitszeiten steht in der Tarifauseinandersetzung der Druckindustrie deren Verlängerung auf dem Programm, wogegen sich die Beschäftigten mit ausdauernden Streiks zur Wehr setzen. Doch die in der Krise bei vielen gereifte oder wieder ins Bewußtsein gerückte Erkenntnis bleibt bestehen: Ohne drastische Arbeitszeitminimierung wi...

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