18.06.2011 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Verordnete Tristesse

Schimmel, Schikane und die Tücken der Flüchlingswährung »Gutschein« – das ist die Realität der Migranten im Lager Zella-Mehlis in Thüringen. Nur arbeiten dürfen sie nicht

Gitta Düperthal
Besucher sind hier nicht willkommen, im Flüchtlingslager der Stadt Zella-Mehlis im Thüringer Wald. Presse schon gar nicht. Journalisten sollen bereits aufgefordert worden sein, sich vor einem Besuch beim zuständigen Landratsamt in Meiningen anzumelden. Daher der Versuch, inkognito aufzutreten.

Der düstere Pfortenbereich des alten Backsteingebäudes, das mitten in einem kleinen Industriegebiet liegt, ist gleich doppelt besetzt. Neben dem Wachmann, der dort wie üblich hinter einer trüben Glasscheibe sitzt, ist heute auch der Hausmeister des Lagers zugegen. Offenbar hat sich der Besuch der Presse im Flüchtlingslager bereits herumgesprochen.

Nach einem mürrischen »Guten Tag« wird direkt der Ausweis kontrolliert und erst einmal einbehalten: »Im Auftrag des Landratsamtes«, versteht sich. Und dann: Wen man denn besuchen wolle?

Auf die verblüffte Nachfrage, warum das wichtig sei, die noch verblüffendere Antwort. Die Maßnahme ...

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