31.05.2011 / Ausland / Seite 2

»Der Schwanz kann auch mit dem Hund wedeln«

US-Präsident Obamas starke Worte in Richtung Israel sind nicht viel mehr als Gerede. Ein Gespräch mit Michael Warschawski

Raoul Rigault
Michael Warschawski lebt in Jerusalem. Er ist ­Marxist, Antizionist und Mitbegründer des Alternative Information Center (AIC). Seine Analysen erscheinen u.a. in Le Monde diplomatique, ZNetund Monthly Review. Wegen Unterstützung der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) wurde er 1989 zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt

Wie beurteilen Sie die vor einigen Tagen von US-Präsident Barack Obama verkündeten Leitlinien der US-Politik insbesondere zur Palästina-Frage? Sind die Differenzen zwischen Washington und Tel Aviv ernst zu nehmen?

Die Forderung, Israel solle sich auf die Grenzen von 1967 zurückziehen, dient offenkundig dazu, die arabischen Staaten und deren Bevölkerung zufriedenzustellen. Obama will offenbar signalisieren, daß die USA nicht bedingungslos hinter Israels Politik stehen. Dessen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat diese Forderung dann unverblümt abgelehnt – wahrscheinlich hat die US-Regierung auch darauf gehofft.

Was bedeutet ...


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