19.05.2011 / Inland / Seite 5

Wider den Populismus

Studie zu Familienarmut räumt auf mit Klischee von faulen Arbeitslosen, die an ihren Kindern sparen

Ralf Wurzbacher
Heute taugt nur noch zum »Sozialpolitiker«, wer auch richtig gegen Erwerbslose hetzen kann. Dieser Tage hatte Bayerns Sozial- und Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) ihren großen Auftritt. Die Gesellschaft könne sich das »Motto, wer arbeitet, ist doof, nicht gefallen lassen«, und »Hartz IV darf nicht zum Lebensstil werden«, zog sie am Wochenende in der Passauer Neuen Presse vom Leder. »Durch die hohe soziale Absicherung bei uns ist offensichtlich zu wenig Leidensdruck vorhanden.« Abhilfe bringe deshalb »soziale Begleitung«, Vermittlung von »Lebenskompetenz« und ein erweitertes »Portfolio der Maßnahmen« der Jobcenter. Das hat gesessen: Die Tirade schaffte es in die Schlagzeilen, löste den üblichen »Sturm der Entrüstung« bei Opposition und Verbänden aus und hallte damit noch länger nach.

Das Klischee vom faulen, schmarotzenden und verwahrlosten Hartz-IV-Empfänger ist auch deshalb so hartnäckig, weil es sich schwer widerlegen läßt. Als...

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