18.05.2011 / Inland / Seite 5

Vertuscht und verharmlost

Initiative kritisiert Verschweigen des wahren Ausmaßes rechter Gewalt in der BRD

Florian Möllendorf
Um »verschwiegene Tote« ging es auf einer Podiumsdiskussion am Dienstag abend im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte. Eingeladen hatte die Initiative »Niemand ist vergessen«, ein Bündnis aus antifaschistischen und anarchosyndikalistischen Gruppen, das sich im Gedenken an Dieter Eich gegründet hat. Der damals 60jährige Sozialhilfebezieher war in der Nacht zum 24. Mai 2000 in seiner Wohnung in Berlin-Buch von vier Neonazis brutal ermordet worden. Vor Gericht gaben die Täter an, an jenem Abend gemeinsam den Plan gefaßt zu haben, »einen Assi aufzuklatschen«. In der offiziellen Statistik zu von Rechtsextremen begangenen Morden taucht sein Fall wie viele andere nicht auf. Während die Bundesregierung in einer Statistik vom September 2010 lediglich 47 »rechtsextreme Tötungsdelikte« seit 1990 auflistet, zählen unabhängige Journalisten mindestens 137. Die Initiative »Niemand ist vergessen« geht von 149 Todesopfern aus, unter ihnen viele Obdachlose und a...

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