12.05.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

Atomstrom unbezahlbar

Mathematiker haben die Kosten für eine angemessene AKW-Haftpflichtversicherung berechnet. Ergebnis: Die Risiken sind unversicherbar

Wolfgang Pomrehn
Wer ein Auto sein eigen nennt oder eine Solaranlage auf sein Dach schraubt, kommt um eine Haftpflichtversicherung nicht herum. Die muß, so schreibt es der Gesetzgeber vor, die realistischerweise zu erwartenden Schäden abdecken. Eine sinnvolle Regelung, die dafür sorgt, daß Geschädigte im Falle eines Falles zu ihrem Recht kommen.

Etwas anders sieht es aus, wenn der zu versichernde Gegenstand nicht ein Windrad oder ein paar Solarzellen, sondern ein Atomkraftwerk ist. Für deren Betreiber hat der Gesetzgeber nämlich vorgesehen, daß sie nur bis zu einer Obergrenze von 2,5 Milliarden Euro für etwaige Schäden aufkommen müssen.

Atomkraftkritikern ist diese Tatsache seit langem bekannt. Wind- und Solaranlagenbesitzer sehen darin einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil, denn immerhin können sich die AKW-Betreiber durch diese bevorzugte Behandlung erhebliche Ausgaben für Versicherungspolicen sparen.

Der Bundesverband Erneue...

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