04.05.2011 / Antifa / Seite 15

Ausstellung in Gefahr

Druck auf Holocaust-Gedenkzentrum in Budapest. Ungarische Fidesz-Regierung will das ­faschistische Horthy-Regime rehabilitieren

Frank Brendle
Dem Budapester Holocaust-Gedenkzentrum droht Gefahr.« So leitet der (noch) amtierende Direktor des Zentrums, László Harsányi, einen offenen Brief ein, in dem er Gedenkstätten im In- und Ausland um Solidarität bittet. Eine Übersetzung des im April verfaßten Schreibens kursiert derzeit bei deutschen Gedenkstättenmitarbeitern. Anlaß sind Angriffe der rechtsgerichteten Fidesz-Regierung. In einem Interview auf einer Internetplattform der Regierung hatte der Staatssekretär im Justizministerium András Lavante Gál inhaltliche Veränderungen der Holocaust-Ausstellung gefordert und zugleich eine personelle Neubesetzung des Holocaust-Gedenkzentrums (HDKE) angekündigt.

»Ich deutete dem Vertreter der HDKE an, daß ein Teil der Ausstellung umgewertet werden soll«, läßt sich Gál zitieren. Der Staatssekretär stört sich insbesondere daran, daß »die verschiedenen (Ein-)Märsche gezeigt werden.« Es gebe keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem 1940 erfolgten Einm...

Artikel-Länge: 3390 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe