31.03.2011 / Inland / Seite 5

H&M kann mithören

Telefone bei Modekette zur Überwachung geeignet. Gericht untersagt Bespitzelung von Betriebsrat und Mitarbeitern

Mirko Knoche, Hamburg
Das Hamburger Arbeitsgericht hat der möglichen Bespitzelung von Mitarbeitern durch die Modekette H&M einen Riegel vorgeschoben. Mit einer einstweiligen Anordnung verboten die Richter dem schwedischen Billiganbieter, per Telefonanlage Verkaufsräume und Betriebsratsbüros zu überwachen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte das Gericht am Stammsitz des deutschen Ablegers eingeschaltet, weil sich durch Eingeben einer Tastenkombination die hauseigenen Telefone als Mikrofone nutzen ließen. Und zwar ohne daß die Mitarbeiter das bemerkten. Hennes & Mauritz muß diese Funktion nun umgehend deaktivieren. Der schwedische Multi sei »schlampig mit dem Datenschutz umgegangen«, kommentierte der zuständige ver.di-Sekretär Johann Rösch in einer Stellungnahme.

Wie ein Sprecher der ver.di-Bundesverwaltung auf Nachfrage von junge Welt mitteilte, liegen der Gewerkschaft keine konkreten Beweise vor, daß die Betriebsratstätigkeit bei H&M tatsächlich per Telefonanlage übe...

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