21.03.2011 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Übles »Jahrhundertwerk«

Der von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abgeschlossene Tarifvertrag für den Schienenpersonennahverkehr soll Lohn- und Sozialdumping festschreiben

Rainer Balcerowiak
Die aktuelle Tarifauseinandersetzung in den verschiedenen Sparten des Schienenverkehrs ist für Außenstehende kaum noch zu durchschauen. Die Öffnung des Marktes im Regional- und Güterverkehr hat dazu geführt, daß die – relativ hohen –Lohn- und Sozialstandards des Exmonopolisten Deutsche Bahn AG nicht mehr für alle Eisenbahner verbindlich sind. Vielmehr wird bei privaten und nichtbundeseigenen (NE) Schienenverkehrsunternehmen bis zu 30 Prozent weniger bezahlt. Auch Arbeitszeit und Urlaub differieren erheblich.

Die Tariflandschaft ist verworren. Bei der DB gibt es zwei Konzernverträge. Einen mit der GDL, die sich 2007/2008 nach jahrelangen, von der Gewerkschaft Transnet mit der Konzernspitze vereinbarten Reallohnsenkungen die alleinige Zuständigkeit für die Lokomotivführer erkämpft hat. Und einen weiteren mit der Transnet-Nachfolgeorganisation Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die die anderen Berufsgruppen vertritt. Bei den ...

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