04.03.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

Iraker begehren auf

Proteste im Zweistromland gegen Versorgungsmängel, Korruption und Besatzer. Widerstand kaum von westlichen Medien beachtet

Joachim Guilliard
In der arabischen Welt brodelt es. Ignoriert vom Gros der westlichen Medien hat sich auch im Irak in den vergangenen Wochen eine massive Protestbewegung ausgebreitet. Im Unterschied zu den Demonstrationen in anderen arabischen Ländern wird darüber hierzulande kaum berichtet – vielleicht weil so mancher ernsthaft glaubt, das Zweistromland ist seit dem Sturz Saddam Husseins 2003 »befreit«? Allein am vergangenen Freitag wurden bei landesweiten Demonstrationen laut Nachrichtenagentur UPI mindestens 29 Menschen getötet und mehrere hundert verletzt. 300 Demonstranten sollen festgenommen worden sein. Die Washington Post berichtete von 23 Toten – mit sehr viel Verständnis für die Regierungskräfte.

Die getöteten Demonstranten sind nicht die einzigen Opfer der Repression. Zahlreiche Menschen, die aus politischen Gründen ermordet oder bei Razzien als angelbliche »Aufständische« getötet wurden, gehören dazu. Laut der vom Onlineportal »Iraqi Body Count« a...

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