21.02.2011 / Ausland / Seite 8

»Israel sollte Ägyptens Diktator nicht nachtrauern«

Der Volksaufstand in dem arabischen Land muß Anlaß sein, die bisherigen Feindbilder zu überdenken. Ein Gespräch mit Yossi Sarid

Raoul Rigault
Yossi Sarid (70) war israelischer Bildungs- und Umweltminister. Von 1974 bis 2006 gehörte er dem Parlament seines Landes an. Von 1996 bis 2003 führte er die linkszionistische Meretz-Partei.

Was sagen Sie als israelischer Politiker zu den Massenprotesten in Ägypten und zum erzwungenen Rücktritt des ägyptischen Diktators Hosni Mubarak?

Bei uns in Israel sehen viele Menschen die arabische Welt als feindseligen Monolithen. Wir haben das Bild von Kundgebungen und Demonstrationen bärtiger Araber im Kopf, die zum Heiligen Krieg gegen den zionistischen Feind aufrufen.

Bei der Revolte in Ägypten ist das aber ganz anders – diese vor allem aus jungen Leuten bestehende Welt schlägt Israel gegenüber andere Töne an, denen wir auch zuhören sollten. Israel sollte Ägyptens Diktator Mubarak jedenfalls nicht nachtrauern.

Viele Politiker in Tel Aviv und ganz besonders die Vertreter der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sehen das ganz...

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