09.02.2011 / Ausland / Seite 6

Die Taktik des Militärs

Ägypten: Die Armee als Stütze des Regimes

Karin Leukefeld, Kairo
»Das hier ist keine Revolution«, sagt der Medizinprofessor Youssef Z. in Kairo. »Noch ist es ein Aufstand, doch wenn die Armee sich dem Volk anschließt, dann wird es eine Revolution.« Youssef Z. bezeichnet sich selbst als Liberalen, doch seine Sympathien liegen bei der ägyptischen Demokratiebewegung.

Seit Beginn der Proteste am 25. Januar hat die ägyptische Armee eine zentrale Rolle gespielt. Während uniformierte und zivile Polizei- und Sicherheitskräfte des Innenministeriums mit brutaler Gewalt gegen die Demonstranten vorgingen, brachte sich das Militär als Beschützer ins Spiel. Am Tahrir-Platz in Kairo, dem »Platz der Befreiung«, zogen Soldaten zwischen staatlich organisierten Schlägertrupps und den Demonstranten auf und schützten letztere vor weiteren Übergriffen.

Inzwischen kontrollieren sie die Zugänge zum symbolischen Zentrum der Demokratiebewegung. Während die einfachen Soldaten sich höflich und freundlich zurückhalten, haben höhere Ränge die Auf...



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