08.02.2011 / Titel / Seite 1

Kairos Schergen bleiben

Karin Leukefeld, Kairo
Der Ägyptische Menschenrechtsverein hat alle Hände voll zu tun. Noch immer sind Hunderte Menschen in Haft oder »verschwunden«, die vielen Anfragen besorgter Angehöriger kann der Verein kaum bewältigen. Während nach außen hin der Alltag in die 20-Millionen-Metropole Kairo zurückkehrt, werden weiter Journalisten in- und ausländischer Medien bedroht und drangsaliert. Das Militär wurde vom staatlichen Informationsministerium angewiesen, Reporter ohne den offiziellen ägyptischen Presseausweis nicht mehr durch Kontrollposten zu lassen. Ausländische Journalisten müssen sich beim Ministerium melden, um eine entsprechende Genehmigung zu erhalten.

Am Wochenende noch hatte Vizepräsident Omar Suleiman vollmundig versichert, Ägypten werde eine freie Berichterstattung nicht behindern. Kurz darauf wurde der Reporter des Nachrichtensenders Al-Dschasira, Ayman Mohyeldin, festgenommen und sieben Stunden lang verhört. Journalisten der New York Times, die ebenfalls inhaftie...

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