15.01.2011 / Inland / Seite 8

»Man hat die Frau einfach ins Nichts geschickt«

Schwerkranke Romni nach Abschiebung in das Kosovo verstorben. Pro Asyl kritisiert deutsche Behörden. Ein Gespräch mit Bernd Mesovic

Gitta Düperthal
Bernd Mesovic ist Referent bei Pro Asyl

Am 7. Dezember wurde die psychisch schwerkranke Romni Borka T. zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem 14jährigen Sohn aus dem Landkreis Mayen-Koblenz in das Kosovo abgeschoben. Dort erhielt sie weder Medikamente noch Geld für ärztliche Behandlung. Einen Monat später war sie tot. Unter welchen Umständen starb sie?

Frau T. litt seit ihrer Flucht, wo sie brennende Häuser, unzählige Tote und Verwundete sehen mußte, an einer posttraumatischen Belastungsstörung. In Deutschland war sie in ständiger Behandlung und unterzog sich einer Therapie. Dennoch erhielt sie keinen humanitären Schutz vor der Abschiebung. Ihre letzte Klage vor dem Verwaltungsgericht Trier wurde am 17. November abgewiesen.

Das Gericht hatte zwar ihre behandelnde Therapeutin in der mündlichen Verhandlung eingehend befragt und glaubte Frau T., daß sie aufgrund des Erlebten psychisch krank ist. Es vertrat jedoch die Meinung, daß T. unmittelbar nach ihrer Abs...


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