20.12.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Diplomatische Gesten

Bolivien erkennt Palästina als Staat an. Norwegen wertet palästinensische Generalvertretung in Oslo auf. Israel bestellt Botschafter ein

Karin Leukefeld
Als vierter lateinamerikanischer Staat hat am Wochenende Bolivien einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 offiziell anerkannt. Argentinien, Brasilien und Uruguay hatten bereits zuvor positiv auf einen entsprechenden Wunsch der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) reagiert, Ecuador, Paraguay und Peru werden folgen. Die US-Regierung, die bisher von den Palästinensern als stärkster Garant für eine Zwei-Staaten-Lösung angesehen worden war, lehnt die Anerkennung ebenso ab wie die Europäische Union, weil das für eine Friedensregelung mit Israel »nicht hilfreich« sei.

Das israelische Außenministerium reagierte mit scharfer Ablehnung gegen die Erklärung Boliviens. Man sei gegen jeden Schritt, der Ergebnisse von Verhandlungen vorwegnehme, bevor diese überhaupt begonnen hätten, hieß es. Einseitige Anerkennungen würden die Autonomiebehörde »nicht ermuntern, an den Verhandlungstisch zurückzukehren«. Gereizt reagierte Tel Aviv auch auf die Nachricht,...

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