15.12.2010 / Ausland / Seite 7

Diplomat fürs Grobe

Zum Tod von Richard Holbrooke

Werner Pirker
Richard Holbrooke habe stets daran geglaubt, daß Frieden möglich sei, sagte US-Präsident Barack Obama in seiner Würdigung des am Montag verstorbenen Spitzendiplomaten. Außenministerin Hillary Clinton bezeichnete ihn als jemand, der »Diktatoren niederzwingen und selbst unter den schwierigsten Bedingungen für Amerikas Interessen und Werte eintreten konnte«.

In Wirklichkeit war Holbrooke alles andere als ein Friedenspolitiker. Sein ständiger Begleiter war der Krieg. Am versteckten Krieg in Laos war der »außenpolitische Berater« ebenso beteiligt wie an der brutalen Invasion Indonesiens in Osttimor, die mehrere hunderttausend Menschen das Leben kostete. In geheimer Mission war Holbrooke in die Aggression der Contras gegen das sadinistische Nicaragua verwickelt. Da war es geradezu Ehrensache, auch am Iran-Contra-Deal beteiligt gewesen zu sein.

Doch seine große Zeit sollte noch kommen. Die Vorarbeit für Holbrookes wichtigsten Auftritt in der Weltpolitik leiste...



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