04.12.2010 / Inland / Seite 8

»Interessant wäre mehr Einblick in Verfassungsschutz«

Ein deutsches Wikileaks wäre hilfreich, meint die stellvertretende Linke-Vorsitzende. Sie regt Boykott von Amazon an. Gespräch mit Katja Kipping

Gitta Düperthal
Katja Kipping ist stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei

Der US-Konzern Amazon hat die Enthüllungsplattform Wikileaks von seinen Servern verbannt, das Abschalten soll auf Wunsch des US-Senators Joseph Lieberman erfolgt sein. Rufen Sie aus diesem Grund zum Boykott von Amazon auf?

Der vorauseilende Gehorsam des Konzerns gegenüber erzkonservativen Politikern ist nicht nachzuvollziehen. Wenn Amazon auf diese Weise katzbuckelt, ist auch nicht auszuschließen, daß der Konzern künftig möglicherweise kritische Bücher aus seinem Programm nimmt, weil irgendein Politiker sich durch eine Veröffentlichung auf den Schlips getreten fühlen könnte. Ich habe mich entschlossen, bei einem Unternehmen, das das Grundrecht auf Informationsfreiheit mit Füßen tritt, auf gar keinen Fall Weihnachtsgeschenke einzukaufen.

Eine Art Wikileaks könne auch in Deutschland hilfreich sein, um die Innenpolitik zu kontrollieren, haben die Betreiber der Nachdenkseiten (Onlineabo erforderlich.

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