02.12.2010 / Feuilleton / Seite 12

Und täglich grüßt der Sensenmann

Gestern wurde Woody Allen 75. Heute kommt sein neuer Film in die Kinos. Alles nur Schall und Wahn?

Thomas Dierkes
Heinrich Böll gehört für Woody Allen zum Club der Überschätzten, so wie Woody Allen für Maxim Biller und Maxim Biller für mich. Allens Filme waren mir dagegen quasi eine éducation sentimentale. Ich gucke sie in etwa schon so lange ich gucken kann. Wenn der Vorspann in den immergleichen weißen Typen auf schwarzem Grund projiziert wird, fühle ich mich automatisch zuhause. Diese Gelegenheit bietet sich jedes Jahr aufs neue. In den letzten vierzig Jahren hat Allen, der gestern seinen 75. Geburtstag feierte, gut vierzig Regiearbeiten vorgelegt (plus noch mal etwa die gleiche Anzahl an Filmen, bei denen er anderweitig mitwirkte). Dieser Umstand könnte Anlaß zum Fragen bieten: Entstehen diese Filme eigentlich mittlerweile aus purer Gewohnheit? Schauen wir sie uns nur mehr gewohnheitsmäßig an?

Allens neuester Film »You Will Meet a Tall Dark Stranger«, deutscher Titel: »Ich sehe den Mann deiner Träume«, beginnt mit einem Zitat: »Shakespeare said: life...

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