23.11.2010 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Staatsräson verpflichtet

Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes in Israel: Gewerkschaftsbund Histadrut ist die Stabilität des Netanjahu-Kabinetts wichtiger als die Interessen der eigenen Mitglieder

Raoul Rigault
Israels Regierung steht wegen des Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten, des starken Einflusses der ultrarechten Vaterlandspartei Yisrael Beiteinu von Außenminister Avigdor Lieberman, des Embargos des Gazastreifens und wegen des blutigen Piratenakt gegen die »Freedom Flottilla« international erheblich unter Druck. Da ist sozialer Friede im Innern notweniger denn je. Eben dieser war Anfang des Monats jedoch ernsthaft in Gefahr, denn für den 4. November hatte der Gewerkschaftsbund Histadrut die 750000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu einem Generalstreik aufgerufen.

So weit wollte es die Histadrut-Führung dann doch nicht kommen lassen. Am 2. November wurde eine Übereinkunft erzielt und die Ruhe an der Heimatfront gesichert. Den Preis dafür zahlen die Beschäftigten, denn das neue Tarifabkommen bleibt weiter hinter den Forderungen zurück. Statt 10,5 soll es für die nächsten dreieinhalb Jahre nur 6,25 Prozent mehr Geld geben. Aufs Jahr gerechnet be...

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