11.11.2010 / Thema / Seite 10

Andauernder Bürgerkrieg

Geschichte. Vor 35 Jahren wurde Angola unabhängig – und geriet damit in den Fokus der US-amerikanischen Destabilisierungspolitik

Jan Köstner
Luanda, 10. November 1975: »In der Nacht versammelten sich auf einem der Plätze ein paar tausend Menschen. Es hieß, daß sich keine allzu große Menge versammeln sollte, damit es im Falle eines Luftangriffs kein Massaker gab. ... Die Domuhr schlug zwölf. Der 11. November 1975 brach an. Auf dem Platz herrschte Stille. Agostinho Neto verlas von der Tribüne die Proklamation der Volksrepublik Angola. Seine Stimme versagte, und er mußte einige Pausen machen. Als er geendet hatte, begann die unsichtbare Menge zu applaudieren, die Menschen jubelten. Mehr Reden gab es nicht. Dann verlöschten auf der Tribüne die Lichter, alle gingen eilig auseinander und verschwanden in der Finsternis.«1 So unspektakulär gingen fast fünfhundert Jahre portugiesische Kolonialgeschichte in Angola zu Ende. Ihr folgte einer der längsten und blutigsten Bürgerkriege auf dem afrikanischen Kontinent.

Seit der Ankunft portugiesischer Seefahrer 1482 im Kongo-Reich geriet sein südl...

Artikel-Länge: 22363 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe