06.11.2010 / Thema / Seite 10

Planziel Autostadt

Hintergrund. »Stuttgart 21«: Kopfbahnhöfe, Naziprojekte und ein Mercedes-Stern auf dem Bahnhofsturm (Teil 1)

Winfried Wolf
Eine auf den Kundgebungen und Demonstrationen gegen das Projekt »Stuttgart 21« – die weitgehende Zerstörung des Stuttgarter Bahnhofsgebäudes und die Verlegung der Gleisanlagen und des Bahnhofs unter die Erde – vielfach vorgetragene Hymne trägt den Titel »Freunde schöner Kopfbahnhöfe«. Auf die Melodie von Beethovens »Freude schöner Götterfunken« wird ein reichlich aktueller Text gesungen (siehe Kasten). Das Loblied auf den Bautyp Kopfbahnhof mag mancherorts als anachronistisch erscheinen. Doch die neue Ode macht Sinn.

Die heute noch erhaltenen großen Kopfbahnhöfe sind verkehrstechnisch, architektonisch und städteplanerisch eine Hommage an die Eisenbahn als dem zentralen, modernen und zukunftsträchtigen Fahrzeug. In einer Zeit, in der die Bahn wieder allgemein als ein Verkehrsmittel mit Zukunft gesehen wird, sollte allein dies ein starkes Argument dafür sein, diese Bauten zu schätzen, zu pflegen und zu erhalten.

Mit dem klassischen Kopfbahnhof...



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