25.10.2010 / Feuilleton / Seite 13

Grundlagen des Ressentiments

Wo zeigt der Antisemitismus seine miese Fratze? Moshe Zuckermann hat in Berlin sein Buch über ein Herrschaftsinstrument vorgestellt

Claudia Wangerin
Es ist ein Buch, das ein unerwünschtes Publikum begrüßen könnte«, sagte Moshe Zucker­mann zur Einleitung, als er am Samstag abend in Berlin sein Buch »›Antisemit!‹ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument« vorstellte. Die junge Welt-Ladengalerie war mit über hundert Zuhörern gut gefüllt. Falsche Freunde oder erbitterte Gegner Zucker­manns gaben sich allerdings nicht zu erkennen.

Er habe sich die Frage gestellt, ob man Dinge aussprechen dürfe, auf die man vielleicht »positive Reaktionen von Leuten bekommt, die einem weder politisch noch menschlich noch sonst irgendwie erträglich sind«, so der Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Die Frage habe er mit Ja beantwortet, denn Schweigen sei keine Option.

Als erstes Beispiel für den Mißbrauch des Antisemitismus-Vorwurfs als politische Waffe nannte Zuckermann die Behauptung des früheren israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, Kritik aus ...

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