25.10.2010 / Thema / Seite 10

Gottes Bankster

Hintergrund. Gegen die Vatikanbank wird wegen Geldwäsche ermittelt. Das im persönlichen Eigentum des Papstes befindliche Geldinstitut IOR wird seit Jahrzehnten zahlreicher ­schwerer Delikte beschuldigt

Gerhard Feldbauer
Am 20. September teilte die römische Staatsanwaltschaft offiziell mit, daß sie gegen die Bank des Vatikans, die sich sinnigerweise Istituto per l’Opere religiose (IOR, Institut für religiöse Werke) nennt, wegen des Verdachts auf Geldwäsche ermittelt. In die Untersuchung sind der Präsident des IOR, Ettore Gotti Tedeschi, und sein Generaldirektor, Paolo Cipriani, persönlich einbezogen. Die beiden Bankoberen werden beschuldigt, gegen das 2007 verabschiedete Geldwäschegesetz verstoßen zu haben, indem sie die italienische Zentralbank nicht wie vorgeschrieben über Absender und Empfänger von Transfers über 5000 Euro informierten. In welcher Höhe das Limit überschritten wurde, ist bisher nur aus zwei Kontobewegungen über 23 und drei Millionen Euro bekannt, die das IOR von einem offenbar anonymen Konto angeschoben haben soll. Die Beträge, die an die Frankfurter Niederlassung von J. P. Morgan und die römische Banca del Fucino gingen, wurden beschlagnahmt.

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