05.10.2010 / Thema / Seite 10

Falsche Befindlichkeiten

Buchrezension. Über den verzweifelten Versuch von der Linkspartei nahestehenden Autoren, sich im Nahostkonflikt einer »vereinseitigten« Solidarität mit den Unterdrückten zu ­entziehen

Werner Pirker
Hätten sich die Autoren des Buches »Der Nahost-Konflikt. Befindlichkeiten der deutschen Linken« nur an den in der Einleitung von den beiden Herausgebern Marcus Hawel und Moritz Blanke formulierten Leitsatz gehalten: »Für den Nahostkonflikt gibt es keine besonderen Maßstäbe, jedenfalls sollten diese nicht weniger universelle Geltung besitzen als jeder andere Konflikt in der Welt auch«. So aber durchzieht das Buch wie ein roter Faden die Vorstellung von den besonderen Maßstäben, die an den Nahostkonflikt angelegt werden müßten. Zumal von »uns als Deutsche«. Warum aber sollten »wir Deutsche« – daß der Rezensent Österreicher ist, macht es aus deutscher antideutscher Sicht auch nicht besser – mit anderen Maßstäben an den Konflikt im Nahen Osten herangehen als die Angehörigen anderer Nationen?

Natürlich übernehmen die Autoren nicht die platten Argumentationsmuster der Antideutschen, die sich – »Deutschland, halt’s Maul!« &nd...

Artikel-Länge: 21036 Zeichen

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