20.09.2010 / Inland / Seite 8

»Die Bahn deklassiert Überlebende zu Bettlern«

Nachfolgeunternehmen der Deutschen Reichsbahn will osteuropäische Opfer von Deportationen der Nazis mit 20 Euro abspeisen. Gespräch mit Armin Dahm

Andreas Siegmund-Schultze

»Die Bahn deklassiert Überlebende zu Bettlern«


Armin Dahm ist Vorstandsmitglied des Vereins »Zug der Erinnerung«. Die gleichnamige Wanderausstellung erinnert an Hunderttausende Kinder, die während des Faschismus in Europa mit der Deutschen Reichsbahn deportiert wurden. Der Zug machte bereits an 125 Orten Station. Die Deutsche Bahn torpediert diese Ausstellung seit der Eröffnung 2007

Maximal 20 Euro sollen osteuropäische Überlebende des Naziterrors von der Deutschen Bahn AG erhalten, wenn sie von deren Vorgängerin, der Deutschen Reichsbahn, in Konzentrations- oder andere Zwangslager deportiert wurden. Sie fordern seit Jahren Entschädigungen für die Opfer. Was sagen Sie zu den jetzt angebotenen 20 Euro, die die Bahn als »humanitäre Hilfe« bezeichnet?

Die Deutsche Bahn AG meint, sie stehe in keinerlei juristischer Beziehung zum NS-Vorgängerunternehmen und damit auch in keinerlei Rechtsverpflichtung gegenüber den Opfern. Deswegen spricht sie auch von »humanitärer Hilfe« statt von Restitution. Egal, ...
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