28.08.2010 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Denkt selber und seid nicht gleichgültig«

Gespräch mit Sonja Sonnenfeld. Über das Berlin der »goldenen zwanziger Jahre«, die Verfolgung der Juden nach 1933, »Mein Kampf« als privates »Pflichtfach« und die Notwendigkeit, sich einzumischen

Helmut Donat
Sonja Sonnenfeld, 1912 in Malmö mit jüdischen, brasilianischen und deutschen Wurzeln geboren, hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten an über tausend Schulen in Deutschland berichtet, was sie von 1914 bis 1938 in Berlin erlebt hat. Mit ihrem Verleger Helmut Donat verband sie eine enge Freundschaft. Wenige Wochen vor ihrem Tod am 22. Juli sprach er mit ihr für junge Welt über ihr bewegtes Leben. Es war das letzte Interview, das sie gegeben hat. Am 3. September wird Sonja Sonnenfeld auf einem Friedhof nahe Stockholm beigesetzt.
Zierlich, voller Tatendrang und mit viel Esprit engagierte sich Sonja Sonnenfeld bis vor wenigen Wochen für ein friedliches und respektvolles Miteinander der Kulturen sowie für Toleranz gegenüber allen Menschen, gleich welcher Hautfarbe und Nationalität. Im Berlin der 1920er und 1930er Jahre verkehrte sie in Künstler- und Filmkreisen. Mit wachem Geist verfolgte sie, wie Juden und Kritiker des faschistischen Regimes ihrer Menschenwürd...

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