03.08.2010 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Nach dem Streik

Der Arbeitskampf beim Betonwerk Westerwelle ist nach 14 Wochen beigelegt, der Betriebsrat im Amt. Doch wirklich verändert hat sich wenig

Johannes Schulten, Herford
Olaf Rauch wirkt etwas nervös. Der blonde, etwa 40jährige Mann tritt aus der Tür des Hauptbüros heraus auf den Parkplatz. »Betonwerk Westerwelle« prangt in großen blauen Lettern auf grünem Grund auf dem Dach über ihm. »Hier können wir nicht rein – zu viele Ohren«, sagt er und zeigt auf den Büroeingang. »Wir treffen uns um 12 Uhr vor dem Werksgelände um die Ecke.«

Es ist 12.20 Uhr und Rauch sitzt mit seinem Kollegen Jürgen Stümer in seinem roten VW Passat auf dem Parkplatz vor dem Werkstor. »Das ist unser Betriebsratsbüro«, scherzt Stümer. Eigentlich sollte das Gespräch im Pausenraum stattfinden, doch das ist den beiden Männern zu riskant. Also muß das Auto herhalten. Sie haben 15 Minuten, dann ist ihre Mittagspause vorbei.

Ein Streik in Deutschland dauert laut amtlicher Streikstatistik selten länger als drei Tage. Olaf Rauch und Jürgen Stümer haben 98 Tage gestreikt, für einen Haustarifvertrag, für die Anerkennung der Betriebsratswahl und für die ...



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