23.07.2010 / Thema / Seite 10

Pakt mit dem Teufel

Hintergrund. Einige Vorstandsmitglieder von US-amerikanischen Organisationen gegen die Todesstrafe wollen Mumia Abu-Jamal aus der Bewegung ausschließen. Sie reagieren damit auf Vorstöße der reaktionären Polizistenorganisation FOP

David Lindorff
Am Abend des 25. Februar 2010 versammelten sich in Genf die aus aller Welt angereisten Teilnehmer des 4. Weltkongresses gegen die Todesstrafe zum Programmpunkt »Stimmen der Opfer«. Der Abend nahm allerdings einen dramatischeren Verlauf, als sie erwartet hatten. Denn plötzlich klingelte ein Mobiltelefon und Robert R. Bryan, Hauptverteidiger von Mumia Abu-Jamal, betrat die Bühne und erklärte, sein Mandant rufe ihn gerade aus dem Todestrakt in Pennsylvania an.

Das Publikum im Saal verharrte in andächtiger Stille, als der Moderator der Veranstaltung das Telefon ans Mikrofon hielt. Abu-Jamal, seit über 28 Jahren im Todestrakt infolge der heftig umstrittenen Verurteilung wegen Mordes an dem Polizisten Daniel Faulkner aus Philadelphia, begrüßte die Delegierten, und dann schilderte er wie schon bei vielen anderen Gelegenheiten die Schrecken des Lebens im Todestrakt, wie sie rund 20000 Menschen erleiden, die weltweit ihrer Hinrichtung entgegensehen.

Artikel-Länge: 21406 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe