01.07.2010 / Feuilleton / Seite 13

Verraten und verkauft

Freiheit und Emanzipation als Dauerthemen der iranischen Moderne in »Women without Men«

Elsa Koester und Pedram Shahyar
Iran im Jahr 1953: Nach der Verstaatlichung der Ölförderung blockiert Großbritannien iranische Öltanker. Der populäre Präsident Mossadegh wird durch einen von Briten und USA initiierten Militärputsch gestürzt. Teherans Straßen füllen sich mit wütenden Massen. Kommunisten verteilen Flugblätter. Vier Frauen flüchten vor ihren Männern in einen verwunschenen Garten.

Der Film »Women without Men« ist eine große Erzählung iranischer Geschichte, basierend auf der Romanvorlage der iranischen Autorin Sharnush Parsipur. Es ist die ewige Geschichte vom iranischen Kampf um Befreiung, der in den Schicksalstagen des Jahres 1953 einen herben Rückschlag erlebt. Und die ewige Geschichte vom Kampf der Frauen um ihre Befreiung. Beide Kämpfe sind geschichtlich unzertrennlich verbunden und scheitern gemeinsam in diesem Film.

Die Regisseurin Shirin Neshat erzählt über das Schicksal von vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: eine junge Aktivistin, die sich den ...



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