30.06.2010 / Thema / Seite 10

Abstraktes Postulat

Debatte. Die Forderung nach einem gemeinsamen Staat für Israelis und Palästinenser geht an der politischen Realität des Nahen Ostens vorbei

Moshe Zuckermann
Unter der Überschrift »Ein Staat, zwei Völker« veröffentlichten wir am 15. Juni einen Artikel von Werner Pirker zum Nahostkonflikt. Pirker vertrat in dem Beitrag die Auffassung, der israelisch-palästinensische Konflikt könne nur in einem gemeinsamen demokratischen Staat aufgehoben werden. Im folgenden antwortet ihm der in Tel Aviv lehrende Soziologe Moshe Zuckermann.

In der Einleitung zu Werner Pirkers Artikel »Ein Staat, zwei Völker« (jW-Thema vom 15.6.) ist von einer gewissen Diskutanten über die Lösungsoptionen des israelisch-palästinensischen Konflikts gemeinsame Einsicht die Rede. Ihr zufolge ist »die Möglichkeit einer Zweistaatenlösung, sofern sie überhaupt erstrebenswert ist, von den zionistischen Eliten vertan (worden), und man (sollte) deshalb auf die einfachere, selbstverständlichere, nachhaltigere, vor allem aber gerechtere unter den beiden Lösungen orientieren. Auf die Schaffung eines demokratischen Staates für alle Bürger auf dem Boden des h...

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