26.06.2010 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Der Schwarze Kanal: Selbstverteidigung

Werner Pirker
Friedensnobelpreisträger Schimon Peres war zu keinem Zeitpunkt seines Lebens ein Friedenspolitiker. Und er ist es auch in seiner Rolle als Präsident des Staates Israel nicht. Die Rechtsradikalisierung der israelischen Regierungspolitik findet in ihm keineswegs ein kritisches Korrektiv. Der einstige Arbeitspartei-Chef verkörpert geradezu idealtypisch das rechtszionistische Mehrheitsspektrum, das den Palästinensern einen Kapitula­tionsfrieden aufzuzwingen gedenkt.

In einem der Wiener Tageszeitung Der Standard gegebenen Interview wird Peres seiner Rolle als Sprachrohr plattester israelischer Regierungspropaganda vollauf gerecht. Er zeichnete das Bild eines von erbarmungslosen Feinden bedrohten, zu permanenter Selbstverteidigung gezwungenen und von den ständigen Ermahnungen seiner westlichen Verbündeten genervten Landes. »Es ist ein bißchen unfair«, beschwerte er sich über die Israels Gaza-Blockade betreffenden Beschwerden, »den ganzen Druck auf Israel zu le...

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