17.06.2010 / Thema / Seite 10

Ohne strategisches Konzept

Hintergrund. Rußland unterstützt die von USA und EU geforderten, immer schärferen Sanktionen gegen Iran. Trotz dieser Kumpanei wird Moskau von beiden Machtzentren ­militärisch und ökonomisch unter Druck gesetzt

Knut Mellenthin
Ohne entscheidende oder auch nur erwähnenswerte Beschlüsse hat in der vorigen Woche das alljährliche Gipfeltreffen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) stattgefunden. Der einzige konkrete Beschluß, der während der zweitägigen Sitzung in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gefaßt wurde, hatte einen negativen Charakter: Iran, der schon vor zwei Jahren einen Aufnahmeantrag gestellt hat, darf nicht in die SCO aufgenommen werden, wie der russische Präsident Dmitri Medwedew am Freitag ausdrücklich betonte.

Die 1996 unter anderem Namen gegründete SCO hat derzeit sechs Mitglieder. Seit der Aufnahme Usbekistans im Jahre 2001 sind keine weiteren Länder hinzugekommen. Von Anfang an dabei sind Rußland, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und China. Von den zentralasiatischen Republiken der früheren Sowjetunion fehlt nur Turkmenistan, das in außenpolitischer Hinsicht einen Sonderweg verfolgt. Vier Länder haben innerhalb der SCO Gaststat...

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