04.06.2010 / Inland / Seite 8

»Hat der DGB Rhein-Main etwa die Hosen voll?«

Gewerkschaft sagte eine Ausstellung über die Vertreibung der Palästinenser ab. Gespräch mit Abraham Melzer

Gitta Düperthal
Abraham Melzer ist kooptiertes ­Vorstandsmitglied des »Vereins Jüdische Stimme für einen gerechten ­Frieden in Nahost«

Mitte Juni sollte eine Ausstellung zur Vertreibung einer Dreiviertelmillion Palästinenser aus ihrer Heimat zur Zeit der Gründung des Staates Israel im Gewerkschaftshaus in Frankfurt/Main zu sehen sein. Nun hat der Vorsitzende des DGB Rhein-Main, Harald Fiedler, die Exposition »Nakba«, arabisch für Katastrophe, abgesagt. Wie konnte es dazu kommen?

Gute Frage – wir sind auf Vermutungen angewiesen, weil wir keine Informationen erhalten. Ich vermute, die Absage ist unter Druck der Jüdischen Gemeinde oder der obskuren Organisation »Honestly Concerned« zustande gekommen. Die Begründung, die mir Herr Fiedler gegeben hat, nehme ich ihm nicht ab: Man wolle die Zusage aufgrund der militärischen Aktion Israels gegen die Flotte mit Hilfsgütern zurückziehen.

Wörtlich hat er mir am Montag geschrieben: »Wir haben gestern, am Tag der israelischen ...


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