26.05.2010 / Inland / Seite 8

»Im Polizeiapparat gibt es erheblichen Nachholbedarf«

T-Shirts mit Hitlerbild sind für Berliner Beamte kein Problem. Auch der Nazigruß nicht. Ein Gespräch mit Nico Leetz

Lothar Bassermann
Nico Leetz (Name auf Wunsch des Betroffenen geändert) wohnt in Berlin und wurde am Sonntag Opfer eines Neonaziangriffs auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens in Tempelhof

Sie sind am Sonntag in Berlin mit Freunden auf dem ehemaligen Flughafengelände in Tempelhof von Neonazis angegriffen worden. Was hat sich abgespielt?

Am Abend saßen wir in entspannter Runde auf dem Feld, als wir bemerkten, daß in einer Gruppe etwa zehn Meter neben uns ein etwa 50jähriger Mann ein T-Shirt mit dem Konterfei Hitlers und dem Spruch »Ein Volk, ein Reich, ein Führer« trug. Wir fanden das unmöglich und entschlossen uns, die Polizei zu verständigen. Die erschien dann auch nach wenigen Minuten, zeigte aber kein Interesse an dem Fall und nahm nur widerwillig eine Anzeige auf. Zudem wurde uns geraten, doch einen anderen Platz zu suchen, wenn uns die Anwesenheit des Neonazis störe.

Haben sich die Beamten trotzdem mit den Rechten befaßt?

Ja, sie gingen auf den Träger d...

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