08.05.2010 / Thema / Seite 10

»Wir feiern den Tag des Sieges«

Interview. Vladimir V. Kotenev, Botschafter der Russischen Föderation in der Bundesrepublik, über die Bedeutung des 8./9. Mai 1945, Erinnnerungspolitik und aktuelle Versuche, die Geschichte umzuschreiben

Stefan Huth

Der »Tag der Befreiung« vom Faschismus und damit das Ende des Zweiten Weltkriegs jährt sich 2010 zum 65. Mal. Welche Bedeutung hat dieses Datum im heutigen Rußland?

Bei uns heißt dieses Ereignis »Tag des Sieges« und wird am 9. Mai gefeiert. Es ist wohl der einzige Feiertag, der für die allermeisten Menschen in Rußland unabhängig von Alter oder politischen Überzeugungen gleichermaßen bedeutend ist. Für uns ist das auf jeden Fall ein heiliger Tag. Denn es wird viel mehr als ein gewonnener Krieg gefeiert. Es geht um die Wiedergeburt einer Nation. Einer Nation, der das Existenzrecht abgesprochen wurde, die dieses Recht aber für sich und andere Völker Europas verteidigte und dafür Millionen Opfer erbrachte.

Es war der »Krieg der Kriege« im 20. Jahrhundert, in der Sowjetunion sind 27 Millionen Menschen getötet worden. Sie starben an den Fronten, wurden von den »Einsatzgruppen« der SS ermordet oder sind verhungert, wie fast eine Million Bürger im belagerten Len...

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