04.05.2010 / Feuilleton / Seite 12

Erfülltes Leben

Rotarmist, Historiker, Diplomat. Zum Tod von Stefan Doernberg

Frank Schumann
Er könne an der Lesung zum 65.Jahrestag der Befreiung am 8.Mai leider nicht teilnehmen, sagte Stefan Doernberg, da sei er mit Moritz Mebel in Moskau zur Siegesfeier eingeladen. In diesem Nebensatz klingt an, daß es nicht viel mehr als diese beiden gab. »Im gesamten Verlauf des Krieges kämpften nur wenige Deutsche in der Uniform der Roten Armee an der Front. Inzwischen weiß ich, daß es gegen Ende des Krieges allenfalls 30 bis 40 waren«, heißt es eher lapidar in Doernbergs Memoiren, die im Vorfeld des 60. Jahrestages erschienen. »Front­einsatz« hatte ich ihm als Titel vorgeschlagen, was ihm nicht sehr zusagte: Er wollte sein Leben nicht auf diese zwei Jahre reduziert wissen. Also fügten wir als Unterzeile hinzu: »Erinnerungen eines Rotarmisten, Historikers und Botschafters«.

Den Historiker Doernberg wollten wir in seinem nächsten Buch zu Wort kommen lassen. Er habe schon einige Kapitel fertig, sagte er in der vergangenen Woche. Wenn er aus Moskau zurück se...

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