14.04.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

»Krieg gegen die Armen«

Ausverkauf von Land, Wald, Wasser und Rohstoffen: In Indien werden ganze Landstriche an Konzerne verscherbelt, und das Militär macht Jagd auf Adivasis und Dalits. Gespräch mit G.N. Saibaba

Wilhelm Langthaler, Neu-Delhi
G.N. Saibaba ist Assistenzprofessor für europäische Literatur an der prestigeträchtigen New Delhi University. Er zählt zu den Exponenten der demokratischen Opposition und spielt eine zentrale Rolle in der Koordination der verschiedenen Widerstandsbewegungen. Der an den Rollstuhl gefesselte Wissenschaftler repräsentiert die Revolutionäre Demokratische Front (RDF)

In der Regierungskampagne »India Shining« wurde der Bevölkerung Ihres Landes versprochen, die durch die Globalisierung forcierte Industrialisierung bringe auch für die Armen Wohlstand. Hat sich das bewahrheitet?

Die Politik der Globalisierung bedeutete in Indien zuerst die Bereicherung der herrschenden Oligarchie. Eine Handvoll Familien hält die Schalthebel der Macht besetzt. Dank dieser Stellung gelang es ihnen, insbesondere in den vergangenen 20 Jahren sehr, sehr reich zu werden. Heute gibt es in Indien zahlreiche Milliardäre. Auf der anderen Seite sind 80 Prozent der Bevölkerung gezwungen, von ...

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