13.04.2010 / Titel / Seite 1

Chauvinist an der Macht

Arnold Schölzel
Die aggressiv-nationalistische Partei Fidesz unter Führung von Viktor Orbán errang bei der ersten Runde der Parlamentswahlen in Ungarn laut vorläufigem Endergebnis 52,8 Prozent der Stimmen. Die bislang regierende Sozialistische Partei (MSZP), die den parteilosen bisherigen Ministerpräsidenten Gordon Bajnaj stützte, brach von 43 Prozent vor vier Jahren auf 19,3 Prozent ein. Die unter dem Namen Jobbik angetretenen Faschisten erhielten 16,7 Prozent und wurden damit drittstärkste politische Kraft. Mit 7,4 Prozent und vorerst fünf Sitzen kam auch die grüne Partei LMP ins Parlament.

Fidesz sicherte sich bereits mit 206 Sitzen die absolute Mehrheit der 386 Mandate. Auf die MSZP entfielen 28 Sitze, auf Jobbik 26. In 121 Wahlbezirken, in denen kein Kandidat mindestens 50 Prozent der Stimmen erreicht hat, findet am 25. April eine Stichwahl statt. Fidesz hat die Chance, dann eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Mandate zu erreichen. Wegen des großen Andrangs waren einige...

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