30.03.2010 / Kapital & Arbeit / Seite 9

EU visiert Süden an

Im Mai wird Assoziierungsabkommen mit Zentralamerika unterzeichnet. Kritiker warnen vor Stärkung oligarchischer Strukturen und Vertiefung sozialer Spaltung

Torge Löding, San José
Wenn die Regierenden Zentralamerikas und der Europäischen Union am 10. Mai wie geplant das Assoziierungsabkommen zwischen den beiden Regionen unterschreiben und die Champagnerkorken knallen lassen, dann gibt es für die große Mehrheit der Bevölkerung dies- und jenseits des Atlantiks wenig zu feiern. Ganz im Gegenteil: Insbesondere für die Kleinbauern und Indigenen Mittelamerikas könnte das Vertragswerk Folgen haben, die einem wirtschaftlichen Tsunami gleichkommen.

Der Vertrag habe drei Schwerpunkte: Politischer Dialog, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Handel, erklären Vertreter der EU. Da scheint es demokratischer und sozial gerechter zuzugehen als beim Freihandelsabkommen zwischen den USA und Zentralamerika (CAFTA) mit der Dominikanischen Republik. Für die Kritiker der Assoziierung aber ist das nichts als Augenwischerei, denn in Wahrheit gehe dies sogar weiter als zwischen der CAFTA und Santo Domingo. Zum Beispiel bei Patenten: Der Vertrag ...

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