29.03.2010 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Die Lehman-Lüge

Zusammenbruch der US-Investmentbank löste größte staatliche Rettungsaktion aus. Nach Insolvenz lebt das Institut unter neuem Namen munter weiter

Werner Rügemer
Als die US-Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 ihre Insolvenz erklärte, sah sich die Finanzwelt (angeblich) am Abgrund. Eine weitere Pleite dieser Art würde zum Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems und der Weltwirtschaft führen, hieß es. Deshalb legten die Regierungen in den USA, England, Deutschland usw. die größten staatlichen Programme zur Bankenrettung der kapitalistischen Geschichte auf.

Lehman sei mit rund einer Billion (1000 Milliarden) US-Dollar bei anderen Banken und 16000 institutionellen Investoren verschuldet, lautete die Meldung, die von den Medien gern verbreitet wurde. Panikmache gehörte zum Geschäft. Die Katastrophe mußte möglichst groß sein, und die Gläubiger wollten Druck auf den Staat machen. Außerdem mag sich Henry (»Hank«) Paulson, damals US-Finanzminister in der Regierung Bush, gefreut haben: Kurz zuvor war er noch Chef der größten US-Investmentbank Goldman Sachs. Den Untergang des Konkurrenten Lehman zu beförde...

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