18.03.2010 / Ansichten / Seite 8

Obamas Grenzen

Beleidigte USA, zornige Palästinenser

Werner Pirker
Dem amerikanischen Unmut über die von der israelischen Regierung just während des Besuches von US-Vizepräsident Biden getroffene Entscheidung zur Fortsetzung des Siedlungsbaus in Ostjerusalem folgte der palästinensische Zorn. Netanjahu und die Seinen scheint beides nicht sonderlich zu beeindrucken. Den Ärger, den sie in Washington vor allem ob des gezielt »ungeschickten« Timings auslösten, brauchen sie tatsächlich nicht sonderlich zu fürchten – US-Außenministerin Clinton preist bereits wieder die »unverwüstliche Verbundenheit« zwischen beiden Ländern. Auch den Zorn der Palästinenser meint man inzwischen gut genug zu kennen, um von ihm noch überrascht werden zu können.

Die Israelis meinen, ein legitimes Recht auf den Bau jüdischer Siedlungen in Ostjerusalem zu haben. Weil sie den Ostteil der Stadt von ihrem Moratorium, das einen vorübergehenden Siedlungsbaustopp auf der Westbank vorsieht, ausgenommen haben. Und das deshalb, weil sie Jerusalem als Is...

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