15.03.2010 / Feuilleton / Seite 12

»Kunst kann mehr sein als teuer«

Ein Button geht um in der Bundesrepublik. Ein Gespräch mit dem Künstler Wolfgang Müller

Sybille Fuchs
Der Künstler Wolfgang Müller tut etwas Altmodisches: Er gründet eine Bewegung. Kurz nach der letzten Bundestagswahl tauchten überall in der Republik FDP-gelbe Buttons mit der Aufschrift „Gays Against Guido“ auf. Müller hatte diese in Umlauf gebracht und vertrieben, um Homo- wie Heterosexuellen die Möglichkeit zu geben, sich gegen den neoliberalen Freudentaumel infolge der Ernennung Westerwelles zum bundesdeutschen Außenminister abzugrenzen. Seither wandert der Button in immer höheren Stückzahlen über die Ladentische und Bartresen

Inzwischen haben Sie bereits über 800 »Gays Against Guido« Buttons à zwei Euro verkauft. Welche Botschaft transportiert der GAG-Button?

Er ist ein Kunstwerk, ein Multiple. Dieses bietet auch Kunstsammlern mit geringem Budget die Möglichkeit, sich zu positionieren. Steckt man den Button an seine Jacke, ist es nicht mehr möglich, sich neutral hinter dem gekauften Kunstwerk zu verstecken.

Könnte Kunstsammler Guido Wester...


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