22.02.2010 / Politisches Buch / Seite 15

Richtige Fragen

Karl Heinz Gräfes Buch über das Baltikum im 20. Jahrhundert und heute

Jürgen Tremper
Allzu selten, zumeist nur für Augenblicke, rückt das Baltikum in den Fokus der Weltöffentlichkeit. So Tallinn, die Hauptstadt Estlands, Ende April 2007. In einer Nacht- und Nebelaktion ließ die Regierung des Premierministers Andrus Ansip das Denkmal eines sowjetischen Soldaten vom Stadtzentrum auf einen Kriegerfriedhof am Rande der Stadt umsetzen. Protestdemonstrationen und brutale Auseinandersetzungen der Polizei mit jungen estnischen und russischen Demonstranten heizten national und international das politische Klima auf. 150 Schwerverletzte und ein zwanzigjähriger Toter erschütterten die Ordnung im Lande und störten die Beziehungen Estlands zu Rußland. Vorübergehend stellte die estnische Botschaft in Moskau ihre Arbeit ein. Für die russische Bevölkerung in Estland stand der rund zweieinhalb Meter hohe Bronzesoldat für den Sieg der Roten Armee über Nazideutschland im Zweiten Weltkrieg. Viele Esten hingegen fühlten sich durch ihn an die jahrzehntelange s...

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